Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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„Du ſagteſt es ſchon. Und ein junges Herz ſagt es oft. Aber laß mich an die Phraſe eine praktiſche Frage knüpfen.“

„Es iſt keine Phraſe, Onkel!“

„Um ſo ſchlimmer“ ſagte der Domherr. „Denn was ſoll nun weiter werden, wenn Du Gisbertine nicht wieder⸗ findeſt?“

„Ich muß ſie wiederfinden — mit Deiner Hülfe, Onkel Florens.“

„Hm, und was ſoll werden, wenn Du ſie wieder⸗ findeſt? So wie ſie iſt, wird ſie Dir nach vielleicht ein halbes Dutzendmal davonlaufen, und ſo wie Du nun biſt, wird Deine Liebe zu ihr heißer und brennen⸗ der werden, ſie aber — ich kenne die Frauen, Gis⸗ bert, wenn ich gleich Domherr bin, und ich kann Dir ſagen daß in dem Herzen einer Frau, die ihrem Manne zweimal — Dir zu Liebe will ich dreimal ſagen — die alſo zum dritten Male ihrem Manne entlaufen iſt, keine große Liebe zu dem Manne inehr gefunden werden kann; denn in der Bibel ſteht doch nicht umſonſt: Und er ſoll Dein Herr ſein! Die Liebe der Frau muß auf Hoch⸗ achtung gegründet ſein und durch Hochachtung feſtgehalten werden, und ein Mann, der ſeine Frau dreimal nicht hat bei ſich halten können — ſoll ich den Schluß vollenden, Gisbert?“