„Du biſt poetiſch geworden, wie ich ſehe.“
„In der weichen Stunde ſchwur ſie mir. Als dann der Sturm in ihr losbrach, war der Schwur eine Schranke mehr, die durchbrochen, niedergeworfen werden mußte; der Sturm wurde deſto wilder, unbändiger.“
„Ich ſchenke Dir Deine Bilder; erzähle Thatſachen.“
„Die Thatſachen waren einfach. Ich genas ſchnell unter ihrer Pflege, ihrer Liebe. Ach, Onkel — ja, Onkel, ſie war noch nie ſo liebevoll gegen mich geweſen; ſie hatte mir noch nie ſo ihr ſchönes, edles Herz, ihren klaren, reichen Geiſt gezeigt. Und erſt jetzt, erſt ſeitdem liebe ich ſie, ich kann Dir nicht ſagen, wie. Und auch ſie mich. Ja, auch ſie mich; ſie ſchwur es mir.“
„Ah, noch ein Schwur?“
„Er ſprach die Wahrheit, Onkel. Sie war früher auch mit ihrer Liebe in einem ſteten Kampfe geheen Sie lebte jetzt ganz ihr, mir. Da war ich gensſen.
„Und wohin nun?“ fragte ſie mich.
„Leben wir hier nicht glücklich, Gisbertine?“
„Gewiß.“
„Warum wollen wir denn fort von hier?“
Das war ihr wohl ſchon zu viel.
„Warum ſollen wir bleiben?“ fragte ſie.
„Ich ſprach ja nicht von ſollen, Gisbertine.“
Damit hatte ich Alles verdorben.


