Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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erhabener, ſtiller, milder Muth erfüllte ihr Weſen, gleichſam der Gedanke: Was mir noch kommt, es kann mich nur erlöſen, erhöhen!

„Und der Polizeiſpion hat Dich erſchreckt, Marie?“ ſagte ſie laut zu der Freundin.

„Ich kann es nicht leugnen.“ 3

„Du konnteſt nicht dafür, Marie. Es wat meine Schuld. Ich habe Dir nie von mir, von meinem früherem Leben etwas geſagt. Es war ſtillſchweigend zwiſchen uns abgemacht, daß wir nicht davon ſprachen. Du öffneteſt mir Dein ganzes Herz, Dein ganzes Leben, und ſchloſſeſt mich mit meiner völligen Ver⸗ ſchloſſenheit in Dein treues, argloſes Herz ein. Da kommt heute plötzlich der häßliche Polizeiſpion und fragt nach mir. Laß ihn, Du ſollſt Alles von mir erfahren, Marie; mein Herz und mein Leben ſollen ſo klar und ſo offen vor Dir liegen, wie die Deini⸗ gen vor mir liegen. Und bald. Ich habe vielleicht nur noch Wochen zu leben. Aber bis dahin, Marie, ſieh mir in die Augen, nur in die Augen. Siehſt Du ein Verbrechen darin?“

„Nein, nein, Johanna, Du brave, Du reine Seele.“