Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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„Nein. Sie verweigerte mir jede thatſächliche

Auskunft.“

Ich mußte ihn fragend anſehen. Er kämpfte mit ſich, ob er ganz offen gegen mich ſein ſolle. Sein verſchloſſener Charakter litt es wohl nicht.

„Ich verſichere Ihnen,“ ſagte er, „ich konnte keine einzige Einzelheit von ihr erfahren.“

„Sie haben auch ſonſt über Ermittelungen der Unterſuchung keine Nachricht erhalten?“

„Man hat mir nur mitgetheilt, daß nach der Flucht der Unglücklichen die Acten zurückgelegt ſind. Das Reſultat der Unterſuchung iſt heimlich gehalten.“

„Gegen Ihren Freund, den Grafen, war alſo keine Unterſuchung eingeleitet?“

„Nein. — Und nun Ihr Urtheil?“ wiederholte er.

Ich ſah, wie er es mit Spannung erwartete. Aber ich konnte mir keins bilden.

„Eitelkeit und Schwäche eines Weibes ſind groß,“ antwortete ich ihm. „Die Verführung vermag noch mehr über ſie.“

„Sie halten ſie alſo für ſchuldig?“

„Ich habe gar kein Urtheil.“