ihn aufſuchen. Sie mußte mit ihm vertraut ſein, eigenthümlich vertraut. Und auf der anderen Seite wieder, hatte nicht dennoch der Graf in jenen wenigen Worten, die ich aus ſeinem Geſpräche mit dem Arzte vernommen, vielleicht unwillkürlich, aber deutlich, ge⸗ rade auf ſie einen entſetzlichen Verdacht geworfen?
Und wirklich unwillkürlich? Vielleicht nur unbedacht⸗
ſam in meiner Nähe. Als ihm dieſe einfiel, hatte er mit dem Arzte das Zimmer verlaſſen, um ganz ungeſtört mit ihm weiter reden zu können.
Meine Gedanken verwirrten ſich. Meine Phantaſie zeigte mir das Entſetzlichſte. War Ida erſt Neben⸗ buhlerin, dann Mörderin geworden? Es war nicht möglich. Aber der Graf? Wir waren Freunde, ich hatte in ihm den ſtolzeſten Mann, den Mann der untadelhafteſten Ehre kennen gelernt. Aber war es nicht vielleicht blos der Stolz des Edelmannes, die äußere Ehre des Standes geweſen? Und — die Macht der Leidenſchaft iſt eine furchtbare, und ſie iſt um ſo furchtbarer, je verbrecheriſcher die Leidenſchaft iſt, und wie leicht kann ein junger, vornehmer, reicher Edel⸗ mann ein armes, bürgerliches Mädchen bethören! Und Ida war ſchön, und ſie war allein und heimlich
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