Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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zu ihm gekommen, in der Stunde des Todes ſeiner Gattin! — Ich hatte in der ganzen langen Nacht keinen Augenblick Schlaf.

Der Graf hatte mir ſagen laſſen, er werde erſt am andern Morgen zu mir kommen. Aber Ida hatte mir ihren Beſuch noch für den Abend verſprochen. Ich erwartete ſie. Ich wartete in fieberhafter Auf⸗ regung auf ſie. Sie kam nicht. Niemand war zu mir gekommen. Es war auch ruhig im Schloſſe ge⸗ blieben während der Nacht. Als der Tag graute, hörte ich einen Wagen wegfahren, zehn Minuten nachher einen zweiten, eine Viertelſtunde ſpäter einen dritten. Sonſt vernahm ich nichts. Um die Früh⸗ ſtückszeit kam der alte Friedrich zu mir, mir das Frühſtück zu bringen. Er ſah erſchöpft und zugleich verweint aus, er mußte die ganze Nacht gewacht haben, und es mußte dem alten treuen Diener etwas ſehr ſchwer und hart an das Herz getreten ſein.

„Der Herr Graf läßt ſich entſchuldigen,“ ſagte er. „Er hat heute früh plötzlich abreiſen müſſen, ohne von Ihnen Abſchied nehmen zu können.“

„Der Graf iſt abgereiſt?“ mußte ich fragen.

„Ja.“

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