„Sie meiſt allein, wenn nicht auch die Kammer⸗ frau da war.“
„Hm — und dieſe Erzieherin —?“
Der Arzt war in Verlegenheit. Er konnte keine Worte finden, die das ausdrücken ſollten, was er ſagen wollte, oder er hatte nicht den Muth, ſie aus⸗ zuſprechen.
„Darf ich Sie bitten, mir zu folgen?“ ſagte auf einmal der Graf.
Er ſprach in einem auffallend anderen Tone und ſchien plötzlich irgend einen Entſchluß gefaßt zu haben.
„Wohin?“ fragte der Arzt.
„Darf ich bitten?“
Sie verließen das Cabinet, und ich war wieder in der peinlichſten Einſamkeit. War ich vorhin mit jedem Momente ruhiger geworden, jetzt ſteigerte ſich von Minute zu Minute eine Angſt, für die ich keinen Namen, keine Beſchreibung habe. Ich war über eine Stunde allein. Niemand kam zu mir. Ich hörte keinen Schritt und keine Stimme. Nur einmal hatte ich wieder einen Reiter ſchnell vom Schloßhofe fort⸗
ſprengen gehört. Es war ſpäter Abend geworden. 13*


