Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Sie eilte fort. Sie hatte raſch, aber immer unter dem Eindrucke des Schrecks, der tiefſten, inner⸗ ſten Angſt geſprochen. Sie war durch eine zweite geheime Thür verſchwunden, die ſich in der Tapete des Cabinets befand, gegenüber derjenigen, durch die ich ihr gefolgt war. Ich kehrte in mein Zimmer zurück und verſchloß die Tapetenthür hinter mir. Ich war in einer peinigenden Angſt. War hier ein Ver⸗ brechen vorgefallen? War ſie die Verbrecherin? Ich hatte keinen anderen Gedanken.“

Roth unterbrach ſeine Erzählung.

„War ſie eine Verbrecherin?“ fragte er mich. „Sie haben als Criminalrichter eine reiche Erfahrung. Antworten Sie mir aufrichtig. Wenn ein Verbrechen vorgefallen war — und es war eins vorgefallen, zu derſelben Stunde, vielleicht in derſelben Minute, da ich in das Schloß eingetreten war — antworten Sie mir aufrichtig, würden Sie, nach Allem, was ich Ihnen mitgetheilt habe, und ich habe Ihnen aus⸗ führlich erzählt und Wort für Wort, damit Sie ſich ein klares, richtiges Urtheil bilden können — hätten Sie nach Allem das arme Mädchen für eine Ver⸗ brecherin gehalten? Halten Sie ſie jetzt dafür?“