Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
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„Hatte Felſener Ihnen den Brief auch nicht gezeigt?“

„Nein,“ ſagte ſie wieder beſtimmt. „Sie haben ihn auch ſpäter nicht geſehen?“

Sie antwortete wieder nicht, ſie war wieder in einer peinlichen Unruhe. Sie konnte nicht lügen, die unglückliche Frau. Sie konnte aber auch die Wahrheit nicht ſagen.

Aber mußte ſie denn die Wahrheit ſagen? Sie war die Mörderin, oder ihr Mann war es. Das war ja mein eigener Verdacht, gerade das, was ich durch die neue Unterſuchung ermitteln wollte. Konnte ich die Verbrecherin denn zwingen, Zeugniß gegen ſich ſelbſt, die Gattin, Zeugniß gegen den Gatten abzulegen? Ich hatte meiner Inquirentenpflicht genug gethan. Ich hatte ſie nach Umſtänden gefragt, die nach allen Seiten ein Licht über das Verbrechen verbreiten konnten, auch für ſie, auch für ihren Mann, die ſchon zum Gegenſtande der früheren Un⸗ terſuchung hätten gemacht werden ſollen. Sie hatten in ihrem Reſultate freilich nur den Verdacht gegen ſie oder ihren Gatten feſter begründet. Aber eben