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Eine leiſe Freude, ein kleiner Triumph über ihre Faſſung und Entſchiedenheit wollte in meinem Herzen auftauchen. Das Herz des Menſchen muß ſo oft den Inquirenten verleugnen.
Aber der Inquirent mußte fortfahren, ich mußte noch über den Brief Auskunft zu erhalten ſuchen.
„Wiſſen Sie, wo jener Brief geblieben iſt?“
Es ſchien mit ihrer Faſſung ſchon wieder vorbei zu ſein. Die eine unſchuldige Frage hatte ſie ihr geraubt.
Was war das?
Aus ihrem Geſichte entwich der Reſt der Röthe. Sie hatte keine Antwort.
„Der Brief,“ fuhr ich fort, „wurde weder bei der Leiche, noch unter den Habſeligkeiten Felſener's gefunden.“
„Nein,“ hauchte ſie.
„Hatte Felſener ihn Ihnen gegeben?“
„Nein, nein!“
Sie rief es heftig, wie abwehrend.
Was war es mit dem Briefe? Da lag ein Ge⸗ heimniß vor, das ich bisher nicht geahnt hatte.


