Ich ließ mir am anderen Morgen die Akten geben, auf deren Grund Friedrich Sander als Mör⸗ der verurtheilt war. Sie enthielten Folgendes:
Mitten im Walde lag das Forſthaus Winkelhorſt. Vor ſieben Jahren wohnten darin der alte Förſter Hartmann, ſeine einzige Tochter Marianne, ein könig⸗ licher Jäger Gottfried Wolf, ein Forſteleve Alfred Felſener, ein alter Knecht Chriſtian Baumann und eine Magd.
Der Förſter war Wittwer.
Seine Tochter war ein ſchönes, blühendes Mäd⸗ chen von achtzehn Jahren.
Der Jäger Wolf war ſchon ſeit drei Jahren da; er war dem, manchmal von der Gicht geplagten und ſteif gewordenen Förſter zur Aushilfe beigegeben.
Der Forſteleve Felſener war erſt ſeit ungefähr einem halben Jahre in dem Forſt und im Forſthauſe. Er war der Sohn eines verſtorbenen höheren Forſt⸗ beamten, der gleichfalls die Forſtkarriere einſchlagen wollte, dazu den praktiſchen Dienſt von unten auf durchmachen mußte, und zu dieſem Zwecke in den Winkelhorſter Forſt zu dem als tüchtigen Forſtmann bekannten Förſter Hartmann ſich hatte verſetzen laſſen.


