—68 Und Niemand iſt da, der ihn ſchützen, den er zu ſeiner Hülfe in ſeiner Einſamkeit herbeirufen kann. Kein Vater, keine Mutter, kein Bruder, keine Schwe⸗ ſter, kein Gatte, kein Kind, kein Freund. Es iſt ſo einſam um ihn, und ſo kalt und doch ſo heiß. Ein Wärter iſt bei ihm, aber es iſt ein Kerkerknecht, der den Tod nicht abwarten kann, und er ſetzt ſich ab⸗ ſeits, um nicht zu ſehen und nicht geſehen zu werden; ſo kann er ungeſtört ſchlafen. Wenn er erwacht, wird es vorbei und ein Spitzbube oder Mörder wird weniger in der Welt ſein.
Ja, ein Menſch iſt dann weniger in der Welt. Der Tod war unterdeß — mitleidig geweſen.
Der alte, oft beſtrafte Wilddieb und verurtheilte Mörder kämpfte nicht mit den Schrecken und Qualen jenes Todes. Die Ausſage hatte ihn ſehr ſchwach gemacht. Er athmete langſam und ſchwer. Der Tod ſtand an ſeinem Lager. Er wußte es, aber er kämpfte nicht mit ihm. Er konnte ihn ruhig er⸗ warten.
Das ruhige Todesantlitz, der faſt glänzend klare Blick des Mannes ergriffen mich ungewöhnlich.


