Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
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So mußte auch ich eilen, und ich konnte leider nicht vorher die in der Regiſtratur des Kriminal⸗ gerichts befindlichen Akten zur Hand nehmen, um das Nähere des Verbrechens kennen zu lernen und darnach meine Fragen an den Sterbenden einzu⸗ richten.

Ich begab mich mit dem Geiſtlichen in die Straf⸗ anſtalt.

Sander lag in einer engen Krankenſtube allein. Nur ein Wärter war bei ihm.

Wie traurig iſt ein Sterbegemach! Seine Schrecken lernt nur Der kennen, der es in Kerkern und Ge⸗ fängniſſen betreten hat. Da liegt der Sterbende in der grauen, nackten, engen Zelle und ſieht nichts als die grauen nackten Wände und den Tod, der vor ihm ſteht, ſeine Hand nach ihm ausſtreckt und ihm alle ſeine Verbrechen, ſein ganzes Leben der Sünde vorhält, ſeine Unthaten und ſeine Schandthaten, wo⸗ für er ihn jetzt der rechten Strafe zuführen will, der Strafe der Ewigkeit. Wohin er blicken mag, da ſieht er den Tod, und wenn er auch die Augen ſchließt, er ſieht ihn nur um ſo ſchrecklicher, um ſo drohender.