Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
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Der Zufall ſpielt ſo oft wunderbar im Leben. —

In N. befand ſich zugleich, getrennt von dem Kriminalgerichte, die Strafanſtalt der Provinz.

Eines Tags, bald nach jenem Vorfall, kam gegen Abend der Geiſtliche der Strafanſtalt, ein alter, wür⸗ diger Mann, zu mir.

Er komme in einer wichtigen Angelegenheit, ſagte er. Ein alter Sträfling, Friedrich Sander mit Namen, liege im Sterben und habe ihn vor einer Stunde zu ſich rufen laſſen, um ihm ſeine letzte Beichte abzulegen. Er komme unmittelbar von ihm.

Der Name Friedrich Sander war mir bekannt. Der Mann war früher ein frecher, oft beſtrafter Wilddieb geweſen und zuletzt wegen Ermordung eines Forſtbeamten zu dreißigjähriger Zuchthaus⸗ ſtrafe verurtheilt worden. Er verbüßte dieſe Strafe in der Strafanſtalt ſeit ungefähr ſechs Jahren. Näheres war mir über ihn, ſein Verbrechen und ſeine Unterſuchung nicht bekannt. Er war ſchon ſeit einigen Jahren rechtskräftig verurtheilt und in die Strafanſtalt abgeliefert, als ich nach N. verſetzt wurde. Nur ſo viel wußte ich noch, daß er den