Erweichet harte Herzen, legt in Hand die Hand,
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Der Todten Sühn' iſt auf Allfaders Götterſchooß,
Der Lebenden Verſöhnung iſt in eigner Bruſt.
Ein Opfer weiß ich, theurer iſt den Göttern dies
Als Rauch von Opferſchalen: bringſt zum Opfer du
Des eignen Herzens wilden Haß, der Rache Luſt. Kannſt ſtumpfen du nicht deren Schärfe, kannſt du nicht Vergeben, Juͤngling, bleibe fern von Balders Haus. Richts frommet dann der Tempel dir, den du erbaut. Mit Steinen ſühnt man Balder nicht; Verſöhnung wohnt Hienieden nur, wie droben, wo der Friede wohnt. Verſöhne dich mit deinem Feind und mit dir ſelbſt, Dann biſt du mit dem lichtgelockten Gott verſöhnt. —
Ein Balder war im Süden auch, der Jungfrau Sohn. Daß klar der Runen Räthſel auf dem ſchwarzen Schild Der Nornen würde, ſandte den Allfader her. Fried war ſein Heerſchrei, Liebe war ſein blankes Schwert, Ils Taube ſaß die Unſchuld auf dem Silberhelm. Fromm lebte der und lehrte fromm, ſtarb und vergab, Und unter fernen Palmen ſteht ſein Grab im Licht. Sein Wort, erzählt man, wandert hin von Thal zu Thal,
Und bauet auf verſöhnter Erd' ein Friedensreich.
Nicht kenn'ich recht die Lehre, doch geahnet ſchon
Hab' ich in meinen beſſern Stunden dunkel ſie.
Sie ahnt, ſo wie das meine, jedes Menſchen Herz. Einſt wird ſie kommen, weiß ich, und dann ſchwebt ſie leicht Mit weißen Taubenflügeln über Nordens Höhn.
Kein Nord jedoch iſt ferner da für uns alsdann,
Und Eichen ſäuſeln über der Vergeßnen Grab. . Ihr glücklichern Geſchlechter, Ihr, die ihr dann trinkt
Den Strahlenkelch des neuen Lichts, o ſeid gegrüßt!
Heil Euch, wenn dies die Wolke ſcheuchet, die bisher
Mit feuchter Deck' des Lebens Sonn' umnebelt hat.
Jedoch nicht uns verachtet, die wir treu geſucht
Mit unverwandten Augen ihren Götterglanz.
Allfader iſt Einer, viele ſind der Boten ihm. —


