Auf Wigrids Hundert⸗Meilen⸗Au; dort fallen ſie, Jedoch nicht ungerochen, denn das Böſe ſtirbt Für ewig, doch das Gute ſteiget auf vom Fall, Geläutert, aus der Weltengluth zum höhern Sein. Verwelkt und bleich fällt nieder zwar vom Himmelszelt
Der Sterne Kranz, zwar ſinket einſt die Erd' ins Meer;
Doch ſchöner wird ſie neu geboren, hebt empor Das Haupt, das blumgekrönte, froh aus klarer Fluth, Und junge Sterne wandern dann mit Götterglanz Hoch über der Erneuten hin den ſtillen Gang.
Doch auf den Höhn, den grünen, lenket Balder dann Die neuen Aſen und der Menſchen rein Geſchlecht.
Die goldnen Runentafeln, die verloren einſt
Am Zeitenmorgen gingen, ſchaut auf Idawall Verſöhnter Walhallkinder Schaar im Graſe dann. — Tod iſt gefallnem Guten Feuerprobe nur,
Iſt Sühnung ihm, zum beſſern Leben die Geburt, Das nun geläutert wieder fliegt zur Heimath hin,
Und ſchuldlos ſpielt, wie Kinder auf des Vaters Knie. Ach! hinterm Grabeshügel, Gimles grünem Thor, Liegt einzig das Vollkommene; denn niedrig iſt, Befleckt iſt Alles unterm Sternenfirmament. —
Doch hat auch dieſes Leben ſeine Sühne ſchon,
Ein ſtilles Vorſpiel jener größern, höhern dort;
Dem Lauf des Skalden gleichend auf der Harfe, wann Mit kunſterfahrnem Finger er anſchlägt das Lied,
Und ſtimmt die Töne leiſe prüfend, bis die Hand Gewaltig greift und ſicher in der Saiten Gold,
Der Vorzeit große Wunder lockt aus ihrem Grab,
Und Walhalls Glanz umſtrahlet der Entzückten Blick. Die Erd' iſt nur des Himmels Schatten; Vorhof iſt Das Leben ja zum Balderstempel hoch im Licht.
Den Aſen fallen Opfer, und es wird das Roß
Mit Purpurzaum und goldnem Sattel hingeführt. Dies iſt ein Zeichen, tiefes Sinns jedoch, denn Blut Iſt eines jeden Sühnungstages Morgenroth. Doch Zeichen iſt nicht Sache, dies verſöhnet nicht; Ab nimmt, was du verbrochen, dir kein Andrer je.
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