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Reich von der goldnen Locken Fluth; die winkten nun Den Freundesgruß dem frühern Jugendfreunde zu. und niederfank als blutger Schatten tief in Nacht
Mit ſeiner Abentheuer Zahl und allem Streit
Das Wikingsleben, und ihm war, als ſtänd' er ſelbſt, Ein blumbekränzter Bautaſtein, auf ihrem Grab.
Es wuchs das Lied, die Seele hob ſich immer mehr Empor vom niedern Erdenthal gen Walaſtjalf,
und Menſchenrache, Menſchenhaß ſchmolz ſanft dahin, Wie Eiſespanzer ſchmelzen von des Felſen Bruſt, Wann Frühlingsſonne ſcheinet, und es drang ein Meer Von Fried' und von Entzücken in ſein Heldenherz.
Als wenn an ſeinem Herzen er den Puls des Alls Vernähm', als wenn er tief bewegt im Bruderarm Heimskringla wollt' umfaſſen, ſo war ihm; als ob Mit Allem Fried' er ſchlöſſe vor des Gottes Blick. — und ſiehe, Balders Oberprieſter trat herein,
Nicht jung und ſchön wie Balder, doch von hohem Wuchs; Im edeln Angeſichte war des Himmels Huld,
Und nieder auf den Gürtel floß der Silberbart.
Ein neu Gefühl der Ehrfurcht faßte Frithiofs Bruſt; Die Adlerſchwingen ſanken auf dem Helme tief
Hin vor dem Greiſe. Dieſer ſprach das Friedenswort:
„Willkommen hier, Sohn Frithiof! Sieh, ich harrte dein; Denn jede Kraft ſchweift gerne rings auf Erd' und Meer, Dem Berſerk gleich, der grimmig beißt des Schildes Rand; Doch müde kehrt ſie endlich zur Vernunft zurück.
Der ſtarke Thor zog oftmals hin gen Jotunheim;
Doch trotz der Stahlhandſchuhe, trotz des Göttergurts, Sitzt utgard⸗Loke immer noch auf ſeinem Thron.
Das Böſe weicht, ſelbſt eine Kraſt, niemals der Kraft. Doch fehlt die Kraft, iſt Frömmigkeit nur Kinderſpiel. Sie iſt, gleich wie der Sonne Strahl auf Aegirs Bruſt, Ein ſchwankend Bild, das mit der Woge ſteigt und fällt, unzuverläſſig, ohne Halt, denn Grund gebricht.
Jedoch verzehrt ſich ohne Frömmigkeit die Kraft,
Bleich wie das Schwert im Hügel, ſie des Lebens Rauſch.


