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Stolz ſtand er da auf jähem Fels und ſpiegelte
Im Glanz der Meereswogen ab die hohe Stirn.
Doch ringsumher, gleich einem prächtgen Blumengurt, Lag Balders Thal mit ſeiner Haine ſanftem Wehn,
Mit ſeiner Vögel ſüßem Lied, ein Friedensſitz.
Hoch war das Thor von Kupfer, und im Innern trug Ein Säulenpaar auf ſtarken Schultern ſtolz das Rund Des hehren Domgewölbes; über dem Tempel hing
So ſchön es da, gleich einem Rieſenſchild von Gold.
Im Innern ſtand der Altar, der gehauen war
Aus einem einzgen Marmorblock aus Nordens Land. Rings ſchlang ſich um mit Runenſchrift ein Schlangenreif, Voll tiefer Wort' aus Wala und aus Hawamal.
Doch in der Mauer oberhalb fand ſich ein Raum,
Wo goldne Stern' erglänzten auf dem dunkeln Blau. Da ſaß des Gottes Silberbild ſo fromm, ſo hold,
Wie hoch am Blau des Himmels ſitzt der Silbermond. — Alſo der Tempel. Paar bei Paar nun traten ein
Der Jungfraun zwölf, gekleidet reich in Silberſtoff, Mit Roſen auf den Wangen und mit Roſen auch
Im unſchuldvollen Herzen. Vor des Gottes Bild Umtanzten ſie den neugeweiheten Altar,
Wie Frühlingswinde tanzen auf dem klaren Quell,
Wie Waldeselfen tanzen in des Graſes Grün,
Wann Morgenthau noch glänzend auf den Halmen liegt. Und unterm Tanzen ſangen ſie ein heilig Lied
Von Balder, von dem Frommen; wie geliebt er war Von jedem Weſen; wie er fiel von Höders Pfeil,
Und Erd' und Meer und Himmel weinten. Nicht als käm' Hervor er aus der Menſchenbruſt, war der Geſang, Nein, wie ein Ton aus Breidablik, des Gottes Saal; So wie der Maid Gedanke an den fernen Freund,
Wann tiefen Schlag die Wachtel ſchlägt in ſtiller Nacht,
Und mild auf Nordens Eichen glänzt der Mond herab. — Bezaubert da ſtand Frithjof auf das Schwert geſtützt, Und ſah den Tanz; es drängte ſich vorbei dem Sinn Der Kindheitsträume luſtig und unſchuldig Volk, Mit himmelblauen Augen, und das Haupt umwallt


