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Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
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Alſo klagt er. Es umgiebt ſie nun des ſtillen Thals Bezirk,

Düſter, eingezwängt von Bergen; drüber ſchatten Erl' und Birk.

Ab nun ſtieg der König, ſagte: „Hier iſt ſchön und kühl der Hain!

Müde bin ich, laß uns ruhen; mich hier dem Schlaf mich weihn!“ —

„Hier nicht darfſt du ſchlafen, ⸗ auf dem Boden hart und lt;

a Schwer iſt hier der Schlaf; ich führe dich zurück zur Wohnung bald.“ „Unverhofft, wie andre Götter, kehrt ſich Schlaf den Müden zu,“ Sprach der Alte, „gönnt dem S nicht der Gaſt ein wenig Ruh!“

Ab nun zieht den Mantel Frithjof, breitet auf den Voden ihn, Und es ruht der alte König mit dem Haupt auf Frithjofs Knien, Schlummert ſanft, wie auf dem Schilde ſchläft ein Held nach Kampf

und Harm, Wie ein Kind, das ſtill und ſicher ſchlummert auf dem Mutterarm.

Als er ſchlummert, horch! da ſinget ſchwarzer Vogel her vom Zweig: „Eile, Frithjof, triff den Alten, ſchließ den Zwiſt mit einem Streich. Nimm die Königin, dir gehört ſie, die den Brautkuß einſt dir gab; Sieht dich doch kein menſchlich Auge, und verſchwiegen iſt das Grab.“

Frithjof lauſchet: Horch! da ſinget weißer Vogel her vom Zweig:

„Sieht dichauch kein menſchlich Auge, Odens Auge ſieht den Streich. Schurke, willſt den Schlaf du morden? Waffe ja dem Greis gebricht; Was du immer auch gewinneſt, Heldenruhm gewinnſt du nicht.“—

So die beiden Vögel ſangen, doch ſein Schlachtſchwert Frithjof zog,

Warfs mit Abſcheu fort, und weithin in den finſtern Wald es flog.

Schwarzer Vogel fliegt gen doch der andre leichtbe⸗ 8 ſchwingt

Säuſelnd wie ein Ton der Harfe hoch empor zur Sonne dringt.

Stracks iſt wach der alte König: „Viel war dieſer Schlafmir werth; Lieblich ſchlummert ſichs im Schatten, wenn uns ſchützt des Tapfern Schwert. Doch wo iſt dein Schwert, o i Wo des Blitzes Bruder! prich! Wer hat euch getrennt, die beide niemals ſollten trennen ſich?“ —