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Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
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Gleichwie zwei Waſſerlilien bei wilder Sturmesluſt Stehn ſchaukelnd auf den Wogen, hob ſich die weiße Bruſt.

Nun blies das Horn im Saale, ſtill ſtand der Zungen Lauf, Nun war Gelübdesſtunde, Frejs Eber trug man auf,

Mit Kränzen um die Schultern, den Apfel in dem Mund, Es beugten ſich die Kniee wohl in des Faſſes Rund.

Und König Ring erhebt ſich im Silberlockenſchein,

Berührt des Ebers Stirne; dies das Gelübde ſein; „Bekommen will ich Frithjof, geht gleich kein Kämp' ibm vor; So helfe Frej und Oden, dazu der ſtarke Thor!“

Mit Trotzgelach erhob ſich der fremde Mann ſo hoch,

Ein Blitz des Heldenzornes ſein Antlitz überflog;

Sein Schwert ſchlug auf die Tafel, ſo daß der Saal erklang, Auf von den Eichenbänken ein jeder Kämpe ſprang.

„Vernimm auch mein Gelübde, du nun, Herr König, hier; Wohl kenn' ich auch den Frithjof, er iſt verwandt mit mir: Veſchirmen will ich Frithjof, wenn eine Welt ſich wehrt; So helfe meine Norne, dazu mein gutes Schwert!“

Der König lacht' und ſagte: „Das heißt gelockt zum Streit; Doch frei iſt jede Rede, wo König Ring gebeut.

Gieß Wein ins Horn ihm, Kön'gin, den beſten, den du haſt! Der Fremdling, will ich hoffen, iſt unſer Wintergaſt.“

Da nahm die Frau, die edle, das Horn, das vor ihr ſtand, Das Kleinod, einſt die Zierde des Urs, in ihre Hand,

Auf blanken Silberfüßen, mit goldner Reifen Wehr,

Das Vorzeitsbilder ſchmuckten und Runenſchrift umher.

Mit züchtgen Augen reichte dem Gaſt das Horn ſie dann, Doch ihre Hand erzittert, und etwas Wein verrann. Wie abendrother Purpur beſtrahlt der Lilien Rand, So glühn die dunkeln Tropfen ihr auf der weißen Hand.

Froh nahm nun von der Hohen der Gaſt des Horns Gewicht.

Wie jetzt die Männer, leerten es zwei der Männer nicht;

Leicht leert der Starke ſolches, zur Luſt der Königin, In einem Athemzuge, kein Tropfen blieb darin.