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„Was für ein Lärm iſt brunten! Wer ſtört den Frieden hier? Komm auf zu mir, du Alter, und Rede ſtehe mir.
Wie iſt dein Nam! Was willſt du! Wo iſt dein Vaterland!“ So ſprach in Zorn der König; der Greis im Winkel ſtand.
„Gar Vieles frägſt du, König, doch Antwort geb' ich gern: Richt kümmert dich mein Name, er hat ſchon ſeinen Herrn. Land Jammer iſt mir Heimath, Noth heißt der Erbhof mir, Beim Wolfe lag ich geſtern und komme heut zu dir.
Vor Zeiten ritt ich fröhlich auf meinem Drachen hin,
Er hatte ſtarke Flügel und flog in frohem Sinn;
Nun iſt er eingefroren und liegt gelähmt am Land;
Alt bin ich ſelbſt geworden und brenne Salz am Strand.
Sehn wollt ich deine Weisheit, die weit im Land erſchallt,
Da neckten ſie mich höhniſch, für Hohn bin ich zu alt; Ich faßte einen Narren und drehte ihn herum,
Doch ſtand er auf ganz munter; nicht zürne, König, drum!“ —
„Nicht übel,“ ſpricht ber König, „ſtehn deine Worte dir, Das Alter muß man ehren, komm ſetz dich her zu mir.
Loß fallen die Verkleidung, laß ſehn dich frank und frei; Verkleidung ſtört die Freude, ich will, daß froh man ſei.“
Da fiel vom Haupt des Gaſtes die rauhe Bärenhaut, Und ſtatt des Alten jeder nun einen Jüngling ſchaut. Von hoher Stirne nieder, und breiter Schultern Macht Floß rings wie goldne Wellen der lichten Locken Pracht.
In blauem Sammetmantel trat prächtig er nun auf, Handbreit der Silbergürtel und wilde Thiere drauf, In hochgetriebner Arbeit vom Künſtler angebracht, Rund um des Helden Mitte in wild entflammter Jagd.
Des Ringes goldne Zierde umgab den Arm ihm reich,
Das Schwert hing an der Seite, gehemmtem Blitze gleich. Das ſtille Heldenauge auf Saal und Gäſte ſah,
Schön ſtand er da wie Balder, hoch ſtand wie Thor er da.
Schnell in die bleichen Wangen der Kön'gin ſchießt das Blut; So wird ein Schneegefilde bemalt von Nordſcheinsgluth
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