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Ingeborg. Ich kann dir nimmer folgen. Frithjof.
Du mir nicht folgen!
Ingeborg.
Frithjof, du biſt glücklich; Du folgeſt nicht, du geheſt ſelbſt voraus, Wie deines Drachen Bug; es ſteht am Steuer Dein eigner Will' und lenket deine Fahrt Mit feſter Hand hin über wilde Wogen. O wie ganz anders iſt es doch mit mir! Mein Schickſal ruhet ja in Andrer Händen, Die laſſen nicht den Raub, wiewohl er blutet; Sich opfern, klagen, ſich in langem Kummer Abzehren iſt der Königstochter Freiheit.
Frithjof. Biſt du nicht frei, ſobald du willſt! Im Hügel Sitzt ja dein Vater. Ingeborg.
Helge iſt mein Vater, Iſt mir an Vaters Stelle, mein Geſchick Beruht auf ihm, und Beles Tochter ſtiehlt Ihr Glück ſich nicht, wie nah es ihr auch liege. Was iſt die Frau, wenn von den Banden los, Womit Allfader ſelbſt ihr ſchwaches Weſen Feſt an den Starken band, ſie ſich geriſſen? Der bleichen Waſſerlilie gleichet ſie; Die ſteiget mit der Fluth und fällt mit ihr; Des Seglers Kiel geht über ſie hinweg und merkt nicht, daß er ihr den Stengel ſchneidet. Das iſt ihr Schickſal nun, und doch, ſo lange Die Wurzel feſt noch in dem Sande hängt, Wächſt freudig ſie wie ſonſt, und leiht die Farbe Sich von den bleichen Schweſterſternen droben, Ein Stern ſie ſelber auf der blauen Tiefe. Doch, wann ſie los ſich reißt, dann treibet ſie, Ein welkes Blatt, umher auf öder Fluth.


