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Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
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Aus Runen, die der Vorwelt Weisheit künden; und ſchlanke Säulenſtämme grünen dort,

Von Südens reichen Ranken rund umwunden. Doch von ſich ſelbſt trägt rings die ſchöne Erde Von dem, was Menſchen brauchen, reiche Erndten, Und goldne Aepfel glühen unterm Laube;

Es hängen rothe Trauben an den Zweigen

Und ſchwellen üppig auf, wie deine Lippen. Dort, Ingeborg, dort baun wir in der Woge Uns einen kleinern aber ſchönern Norden,

Und füllen dort mit unſrer treuen Liebe

Die leichten Domgewölbe, ſegnen noch

Mit unſerm Glücke die vergeßnen Götter.

Wenn dann mit ſchlaffen Tüchern einſt der Segler (Nicht Sturm iſt dort) vorbei den Inſeln ſchaukelt Im Schein des Abendroths und fröhlich blickt Von roſenfarbner Fluth hinauf zum Strande — Dann wird er ſchauen auf des Tempels Schwelle Die neue Freja, (Aphrodite, glaub' ich,

Heißt ſie in ihrer Sprache) wird bewundern

Die goldnen Locken, die im Winde fliegen,

Die Augen heller als des Südens Himmel.

Und um ſie her erwächſet nach und nach

Ein junges Tempelwohnervolk von Alfen,

Mit Wangen anzuſehn, als hätte Süden

Auf Nordens Schnee gepflanzet ſeine Roſen. — Ach! Ingeborg, wie ſchön, wie nahe ſteht

Ein jedes Erdenglück zwei treuen Herzen!

Nur Muth bedarfs, es eilig zu ergreifen;

Es folget willig mit und bauet ihnen

Ein Wingolf ſchon hienieden auf der Erde. Komm, eile! jedes Wort, das wir noch reden, Nimmt fort uns einen Theil von unſrer Wonne. Bereit iſt alles, und Ellide ſpannt . Die dunkeln Adlerſchwingen ſchon zum Flug, Und friſche Winde weiſen fort uns ſchon

Auf ewig von dem wahnerfüllten Strande.

Wie, zauderſt du?

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