rithjof. Stehn daſelbſt nicht auch
Blutrothe Runen, die von Schimpf und Hohn
und Banne ſprechen?
por aſſ rithjof, faſſe dich! Erzähle, was geſchah; das Schwerſte ahne Ich lange ſchon; ich bin gefaßt auf Alles.
rithjof. Ich kam zum Ting dort auf dem Grabeshügel, und rings an deſſen Seiten, Schild bei Schild, Das Schwert gefaſſet, ſtanden Nordlands Männer, Der eine dicht gereihet an den andern, Bis auf zum Gipfel. Auf dem Richterſteine, Der Wetterwolke gleich, ſaß König Helge, Der bleiche Blutmann mit den düſtern Blicken; Und bei ihm ſaß, ein vollgewachſen Kind, Gedankenlos ans Schwert gelehnet, Halfdan. Da trat ich vor und ſprach: „Es ſteht der Krieg und ſchlägt den Heerſchild an des Landes Gränzen, Dem Reich, o König Helge, droht Gefahr. Gieb mir die Schweſter, und ich leihe dir Den Arm zum Streit, er kann dir nützlich werden. Laß zwiſchen uns vergeſſen ſein den Groll, Nicht gerne heg' ich den auf Ingborgs Bruder. Sei billig, König, rette dir zugleich Die goldne Krone und das Herz der Schweſter. Hier meine Hand. Bei Aſa-Thor, ich reiche Zum letzten Mal ſie dar dir zur Verſöhnung.“ — Geräuſch ward auf dem Ting; von tauſend Schwertern Erklang der Beifall laut an tauſend Schilden, und Waffenton flog bis zur Wolke, die Den Beifall freier Männer trankfürs Rechte. „O gieb ihm Ingeborg, die ſchlanke Lilie, Die ſchönſte, welche wuchs in unſern Thälern; Er iſt das beſte Schwert in unſerm Lande. „O gieb ihm Ingeborg!“ — Mein Pflegevater,


