Druckschrift 
Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
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Ich liebe Frithjof, hab' ihn ſtets geliebt,

So weit zurück nur gehen die Gedanken.

Die Lieb' iſt aufgewachſen mit mir ſelber;

Ich weiß nicht, wann ſie anfing, ja nicht denken Kann ichs einmal, daß einſt ſie nicht geweſen.

So wie die Frucht ſich anſetzt um den Kern

Und ſich um ihn im vollen Wachsthum rundet Veim Sonnenſchein gleich einem goldnen Ball, So bin auch ich gewachſen, froh gereift

Bin ich um dieſen Kern, mein Weſen iſt

Die äußre Schale nur von meiner Liebe.

Vergieb mir, Balder! Sieh, ein treues Herz Bracht' ich in deine Halle, nur ein treues

Will heim ich führen, und mit dieſem ziehen

Hin über Bifroſts Brücke, ſo mich ſtellen

Mit meiner Liebe hin vor Walhalls Götter.

Da ſoll ſie ſtehn, ein Aſakind wie die,

Sich ſpiegeln in den Schilden und ſoll fliegen

Mit freien Taubenflügeln durch den blauen Endloſen Raum hin zu Allfaders Schooße,

Woher ſie kam. — O warum falteſt du

In Morgendämmerung die lichte Stirne?

In meinen Adern fließt, wie in den deinen,

Des alten Oden Blut. Dir, Blutsverwandter, Nein, dir nicht kann ich opfern meine Liebe,

Wills nicht einmal, werth iſt ſie deines Himmels. Doch wohl des Lebens Glück kann ich dir opfern, Kann fort es werfen, wie die Königin

Den Purpurmantel hinwirft, und dieſelbe Bleibt, die ſie war. — Wohlan, es iſt beſchloſſen! Nein, Walhalls Höhe ſoll ſich nimmer ſchämen Der Enkelin, ich ſtehe meinem Schickſal,

So wie der Held dem ſeinen. — Da kommt Frithjof! Wie wild, wie bleich! Es iſt vorbei, vorbei! Mit ihm zugleich kommt zürnend meine Norne. Sei, Seele, ſtark! — Willkommen, doch ſo ſpät! Beſtimmt iſt unſer Loos, es ſteht zu leſen

Auf deiner Stirne.

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