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Wie manche Bitten hat es mir gekoſtet,
Wie manche Thränen, Freja zählte ſie,
Des Haſſes Eis um Frithjofs Herz zu ſchmelzen,
Dem Stolzen das Verſprechen zu entlocken,
Aufs neu die Hand zu bieten zur Verſöhnung!
Ach! hart iſt doch der Mann, und für die Ehre,
So nennt er ſeinen Stolz, iſt es ihm gleich,
Ja völlig gleich, ob mehr er oder minder
Ein treugeſinntes Herz zermalmen möge.
Das arme Weib, an ſeine Bruſt gekettet,
Iſt wie ein Moosgewächs, das an der Klippe
Mit bleichen Farben blüht, mit Mühe nur
Hält ſich das unbemerkte feſt am Felſen,
ünd ſeine Nahrung ſind der Nächte Thränen. Beſtimmt ward geſtern alſo mein Geſchick,
und drüber nieder ging die Abendſonne.
Doch Frithjof kommt nicht. Ach, die bleichen Sterne
Erlöſchen nach einander und verſchwinden,
und mit jedwedem, welcher niederſinkt,
Geht eine Hoffnung auch in mir zu Grabe.
Doch warum hoff' ich auch? Nein, Walhalls Götter
Sind mir nicht hold, erzürnet hab' ich ſie.
Den hohen Balder, dem ich anvertrauet,
Hab'ich beleidigt; irdſche Liebe iſt
Nicht rein genug für eines Gottes Blicke;
Und Erdenfreude darf ſich nimmer wagen
Dorthin, wo ſie, die heiligen und ernſten,
Die hohen Mächte haben ihre Wohnung. —
und doch, was iſt mein Fehl! Wie kann doch zürnen
Der fromme Gott ob einer Jungfrau Liebe!
Iſt ſie nicht rein, wie Urdas Silberwoge, Richt unſchuldsvoll, wie Gefions Morgenträume? Die hohe Sonne wendet ja nicht fort
Von zweien Liebenden ihr reines Auge;
und die geſtirnte Nacht, des Tages Witwe,
Hört, ſelber trauernd, ihren Eid mit Freude. Was löblich nun iſt unterm Sternendom, Iſt das Verbrechen unterm Tempeldome!


