Druckschrift 
Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
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Geliebte, komm und laß mich drücken Dich an das Herz, das liebewarm! Wunſch meiner Seele, mein Entzücken, O komm und ruh in meinem Arm!

Schlank wie der zarten Lilie Stengel, Voll, wie die reife Roſe blüht,

Rein wie die Götter, ohne Mängel, Und doch ſo warm, wie Freja glüht; Küß, Holde, mich, hinüberziehen In dich laß meine Gluthen hier;

Des Himmels Rund, die Erde fliehen Bei deinem Kuß, Geliebte, mir.

Was bebſt du! Fürchte nicht Gefahren!

Dort mit dem Schwert iſt Björn geſtellt, Mit Kämpen gnug, uns zu bewahren,

Wärs nöthig, gegen eine Welt.

Ich ſelbſt, ö daß ich könnte ſtreiten

Für dich, wie ich dich halte hier!

Welch Glück, zu Walhalls Höhn zu ſchreiten, Wenn du Walkyrie würdeſt mir.

Was flüſterſt du von Balders Grimme? Er zürnet nicht. Der fromme Gott, Er liebte auch, und ſeine Stimme Iſt unſre Liebe, ſein Gebot.

Der Gott mit ew'ger Treu im Herzen, Auf ſeiner Stirn das Sonnenlicht, Oliebte in des Todes Schmerzen,

Wie ich dich lieb', er Nanna nicht?

Da ſteht ſein Bild, er ſelbſt iſt nahez

Wie blickt er doch ſo mild und gut!

Zum Opfer er ein Herz empfahe

Erfüllt von Zärtlichkeit und Gluth.

Beug' auch dein Knie! Auf nichts von oben Schaut Balder ſo mit Huld herab,

Als auf zwei Herzen, die geloben

Sich ſeine Treue bis ins Grab,