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Ermattet von des Weges Mühen
Sinkſt endlich du von deiner Wacht,
Den Roſenteppich eilt zu ziehen
Der Abend vor der Götter Pracht.
Es flüſtert Lieb' im Hauch dort oben,
Es flüſtert Lieb' im Stromeslaut.
Dich, Göttermutter, will ich loben, Dich, Nacht im Perlenſchmuck der Braut!
Wie ſtill die hohen Sterne gehen!
Still wie zur Maid der Knabe ſchleicht; Ellide, laß die Flügel wehen,
Stoß, Welle, nach und mach' es leicht! Es grünen dort des Gottes Haine,
Zu guten Göttern geht es hin;
Der Tempel glänzt im Sternenſcheine, Der Liebe Göttin wohnt darin.
Wie ſelig tret' ich ans Geſtade!
Ich küſſe dich, geliebtes Land;
Euch Blumen, weiß und roth am Pfade, umſchlängelnd den gewundnen Rand. Du Mond, mit deinem Glanze ſäumeſt Du Tempel, Hain und Grab und Maal, Wie ſchön doch ſitzeſt du und träumeſt, Wie Saga ſitzt im Hochzeits ſaal!
Du Blumenbach, wer mochte ſagen Die Sprache meiner Liebe dir? Du Nordens Nachtigall, dein Klagen Wer ſtahl aus meiner Bruſt es mir? Mit Abendroth die Alfen malen
Mir Ingborgs Bild am Himmel dort; Doch Freja fühlt des Neides Qualen, Sie duldets nicht und haucht es fort.
Doch ſchwinde, Bild am Himmelsſaume! Sie ſelbſt, die Holde, naht ſich ſchon, Und treu, gleich einem Kindheitstraume, Kommt ſie mit meiner Liebe Lohn.


