Druckschrift 
Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1¹

Der Bär mit Kraft von Zwölfen muß Einem weichen, Recht ſchützt vor Obmacht, Schilde vor Schwertesſtreichen.

Furcht weckt der Stolze wenig, Haß aber überall, Und Uebermuth, o Frithjof, erzeugt den Fall. Hoch ſah ich Manchen fliegen, deß nun die Krücke; Die Luft gebeut den Saaten, der Wind dem Glücke.

Den Tag, o Frithjof, preiſe erſt wann der Abend kommt; Meth, wann du ihn getrunken, Rath, wann er frommt. Das Jünglingsalter trauet leicht manchem Dinge, Doch Noth erprobt die Freunde, der Streit die Klinge.

Nicht trau einnächtgem Eiſe, dem Lenzſchnee nie,

Dem Schlangenſchlaf, dem Liebchen nicht dir auf dem Knie. Ein rollend Rad des Weibes Bruſt hat gedrechſelt,

Die Lilienhöhen decken was wankt und wechſelt.

Du ſelber ſtirbſt, es ſtirbt auch was dir gehört,

Eins aber weiß ich, Frithjof, nie wirds zerſtört:

Dies iſt der Todten Nachruhm; drum laß das Schlechte, . und wolle nur das Edle und thu das Rechte.“

So warnten ſie, die Altem, im Königsſaal,

Wie drauf der Skald gewarnet im Hawamal. Kernvolle Worte gingen von Mund zu Munde, Aus Nordens Hügeln flüſternd noch dieſe Stunde.

Noch ſprachen ferner Beide manch herzlich Wort Von ihrer treuen Freundſchaft, berühmt im Nord; Wie innig bis zum Tode in Freud' und Leide

Sie Hand in Hand zuſammen gehalten Beide.

„Sohn, Rücken gegen Rücken war unſer Stand, Drum war ein Schild der Norne ſtets zugewandt. Nun vor euch hin wir Alten gen Walhall eilen;

Der Väter Sinn er möge bei euch verweilen!“—

Und Vieles ſprach der König von Frithjofs Muth Und Heldenkraft, die höher denn Königsblut; Und Vieles ſagte Thorſten vom Glanz der Krone Bei jedem Nordlandskönig, dem Aſaſohne.

—