2. König Bele und Thorſten Wilkingsſon.
Knig Bele ſtand im Hofſaal, geſtützt aufs Schwert, und bei ihm Thorſten Wikingsſon, der Bonde werth, Sein alter Waffenbruder, bald hundertjahrig, Und narbig wie ein Runſtein, und ſilberhaarig.
So ſtehen zwiſchen Bergen zwei Tempel da Aus Heidenzeit, dem Sturze ſind beide nah; Doch läßt viel Weisheitsrunen die Mauer ſehen, Und am Gewölbe Bilder der Urzeit ſtehen.
„Es neiget ſich zum Abend,“ ſo Bele ſpricht,
„Nicht ſchmeckt der Meth, ich fühle des Helms Gewicht, Für menſchlich Treiben dunkeln die Augen beide,
Doch Walhall leuchtet näher, ich fühls, ich ſcheide. Die beiden Söhn⸗ und deinen beſtellt⸗ ich mir. Zuſammen ſie gehören, wie beide wir.
Noch Warnung will ich geben den jungen Aaren,
Bald werden nicht mehr Worte der Zung' entfahren.“ —
Da kamen, wie er wollte, die Söhne an,
Mit finſterm Blick trat Helge zuerſt heran; Meiſt war er bei den Sehern am Altarſteine, und kam mit blutgen Händen vom Opferhaine.
Drauf kam der Knabe Halfdan, mit lichtem Hagr, Sein Angeſicht zwar edel, doch weichlich war;
Zum Spiele ſchiens als trüg' er im Gurt die Schneide, Aus ſah er wie ein Mägdlein im Heldenkleide.
Zuletzt im blauen Mantel trat Frithijof ein,
Um eine Haupteslänge der höchſte von den drein; So ſtand er zwiſchen Beiden, wie Tagesfülle Steht zwiſchen Roſenmorgen und Waldnachthülle.
„Ihr Söhne,“ ſprach der König, „mein Tag ſinkt hin; In Eintracht führt die Herrſchaft, in Bruderſinn;


