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geſchmolzenen Wachs erloſch, erblickten ſie einander im grauen, kalten Licht des anbrechenden Tages!
Die zwei Tage, welche Hamilton und Hildegarde auf ihrer Rückkehr nach Mainz auf dem Dampfboot zubrachten, waren vielleicht die glücklichſten ihres noch ſo jungen Lebens. Wie ſie ſo beiſammen ſaßen und die ſchönen Wendungen des Stromes betrachteten, oder an den bewaldeten Bergen am Ufer hinaufſchauten, be⸗ gründete ſich das vollkommenſte Vertrauen zwiſchen ihnen. Die Ereigniſſe des vergangenen Jahrs wurden mit einer Umſtändlichkeit ſelbſt in den Details beſprochen, welche den Beweis lieferten, daß entweder ihr Gedächtniß außer⸗ ordentlich treu war, oder die unbedeutendſten Umſtände aus dieſem Zeitabſchnitt Beiden ein ganz ungewöhn⸗ liches Intereſſe dargeboten hatten. Ihre Geſtändniſſe und Erklärungen waren noch nicht einmal zu Ende, als ſie Mainz erreichten, wo Hildegarde einen Brief von der Baroneſſe Waldorf vorfand. Als ſie ihn Ha⸗ milton überreichte, bemerkte ſie:
„Nach dem, was Sie mir dieſen Morgen geſagt haben, kann ich ihr Benehmen verzeihen, wenn auch nicht billigen, — ſie verſichert jedoch, an Hortenſe ge⸗ ſchrieben zu haben, um meine Abreiſe von München zu verhindern, und ich bin froh deßhalb, ſofern es mich aller Erklärungen überheben wird, und ich kann meiner Mutter wie Hortenſe noch dieſen Brief zeigen — ſo iſt Alles gerade abgelaufen, wie wir es nur wünſchen konnten.
„Ja,“ ſagte Hamilton, „und wir wollen verſuchen, alle Entſchuldigungen der Baroneſſe für wahr anzu⸗ nehmen — wahrſcheinlich hat ſie ihre Plane ganz ge⸗ ändert und wird wohl auf ein oder zwei Jahre für ihre Tochter gar keine Gouvernante annehmen — wir wol⸗ len alſo unſere Zuſtimmung zu ihrer Heirath mit Zed⸗ witz g ben, — dem ſie ſo ſehr, als es eine ſolche Per⸗ ſon vermag, zugethan iſt, — obwohl ſie durch den von ihr abgelegten Beweis von Eiferſucht wohl ſchwerlich in


