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„Warum mich zwingen, unnöthige Geſtändniſſe zu machen?“ ſagte ſie mit tiefem Erröthen, „laſſen Sie mich lieber fragen, wann Sie gehört haben, daß Sie ein Vermögen, das Ihnen Unabhängigkeit verſchafft, erben werden. In Frankfurt vielleicht?2“
„Nein,“ erwiederte Hamilton, „ich wußte davon, da ich noch ein Kind war, und betrachtete es damals, wenn auch nicht als ein ganzes Vermögen, doch als eine ſehr große Geldſumme.“
„Und iſt es nicht eine ſehr große Geldſumme?“
„Für einen Knaben, um ſich Spielſachen und Po⸗ ny's zu kaufen, ja; aber für einen Mann, um davon zu leben —,“ er hielt inne; es lag eine zu beredte Sprache in ihrem Blick.
„Für einen Mann,“ ſagte ſie, „der gleich Ihnen erzogen worden iſt, wahrſcheinlich zu wenig — nichts!“
„Nein,“ rief Hamilton ſchnell. „Mit meinen ge⸗ genwärtigen Vorſtellungen und Gefühlen iſt es ein Aus⸗ kommen — iſt es Alles, was ich bedarf — Alles, was ich wünſche.“
„Sie hätten alſo Creſcenz heirathen können, wenn dieß Ihr Wunſch geweſen wäre,“ ſagte ſie langſam.
„Ich hätte ſie nie genug lieben können, um mich zu dem Opfer zu beſtimmen —“
„Opfer! Und es iſt groß — vielleicht ſehr groß2“
„Es hört auf, eines zu ſein, wenn ich es für Sie bringe.“
„Und Sie haben erſt kürzlich — erſt ganz kürzlich vielleicht ſich zu dieſem Opfer entſchließen können?“
„Laſſen Sie mich Ihre eigenen Worte gebrauchen, Hildegarde. Zwingen Sie mich nicht, unnöthige Ge⸗ ſtändniſſe zu machen,“ ſagte Hamilton, indem er noch tiefer, als ſie zuvor, erröthete.
Sie ſtützte ſich auf den Tiſch und legte den Kopf auf ihre Hände. Hamilton wurde es ſehr unbehaglich zu Muthe.
„Ich hatte erwartet,“ ſagte er endlich etwas gereizt,
Die Anfangsbuchſtaben. II. 19


