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Ihrer zweiſtündigen Betrachtungen gehört, und erwarte nun, daß Sie auch auf die meinigen hören werden.“
Und damit begann er eine lange und, Alles erwo⸗ gen, nicht ſehr dorurtheilsvolle Auseinanderſetzung ſeiner Lage und Umſtände, erzählte ihr von den fünftauſend Pfund, deren Erbſchaft er in zwei Jahren antreten würde, und ſchloß, indem er die Hoffnung ausſprach, ſie könnten mit dieſer Summe ſich irgendwo ankaufen und ihr Auskommen finden, wie er angefangen hatte, mit dem Vorſchlag, ſie ſolle ihn nach Schottland be⸗ gleiten und dann zu ihrer Mutter zurückkehren, bis er ſie gänzlich in Anſpruch nehmen könnte.
Sie hörte ſchweigend zu, während der Ausdruck tiefer Aufmerkſamkeit allmälig in Erſtaunen und Ver⸗ wirrung überging. Es war zum erſten Mal, vaß der Gedanke einer Heirath mit ihm ihr vor die Seele tratz ſie hatte ſich gewöhnt, dieß als eine ſo völlige Unmög⸗ lichkeit zu betrachten, daß ſeine gelegentlichen Ausbrüche von Zorn oder Zärtlichkeit keinen Eindruck mehr auf ſie machten.
Beſchämt über das Geſtändniß, das ſie ihm eben ſelbſt ſo freimüthig abgelegt hatte, und auf den plötz⸗ lichen Wechſel der Empſindungen, den ſeine Worte her⸗ vorbrachten, nicht vorbereitet, wandte ſie ſich ab und machte, da er inne hielt, um eine Antwort zu erhalten, nicht einmal einen Verſuch, zu ſprechen.
Als Hamilton vergeblich eine Antwort erwartete, wurden ſeine früheren Zweifel zur Gewißheit — ſie hatte ihn gerne, ohne ihn zu lieben. Mit einer Schwierigkeit, die mit dem vorangehenden Redefluß einen ſtarken Con⸗ traſt bildete, brachte er jetzt ſtammelnd hervor, er hoffe, ſich über die Natur ihrer Gefühle gegen ihn nicht getäuſcht zu haben.
„Nein — o nein,“ antwortete Hildegarde, ohne ſich umzuwenden.
„Und Sie lieben mich alſo, oder wollen verſuchen,
mich hinlänglich zu lieben, um —“


