Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Warum entziehen Sie mir dann Ihr Vertrauen, wenn ich nichts gethan habe, es zu verwirken?“

„Ich habe daſſelbe Vertrauen zu Ihnen, wie im⸗ mer,“ antwortete ſie mit einem Seufzer — „aber un⸗ i Weiſe alles Vertrauen zu mir ſelbſt ver⸗ oren.“

„Was wollen Sie damit ſagen?“

„Ich habe entdeckt, daß es nicht der Wunſch war, den Rhein zu ſehen oder auf einem Dampfbvot zu fah⸗ n⸗ was mit beſtimmt hat, Mainz mit Ihnen zu ver⸗ aſſen.“

„Und was war es denn?“ fragte Hamilton eifrig.

„Es war das Verlangen, bei Ihnen zu ſein — ungeſtört Ihre Geſellſchaft noch einige Tage zu genießen, ehe wir für immer ſcheiden!“

„Nicht für immer,“ ſagte Hamilton.

„Ich ſchäme mich, daran zu denken, wie leicht ich mich auf die Einbildung bringen ließ, es wäre meine Schuldigkeit, dieſer Baroneſſe Waldorf nach Mainz zu folgen — noch mehr, daran zu denken, wie bald ich meine Zweifel wegen des Hieherkommens erſtickte — und zwar wirkſam erſtickte, daß die ganze offenbare Unſchicklichkeit mir nicht eher einfiel, als bis dieſen Abend der Kellner —“

„Sich der ſchrecklichen Vorausſetzung ſchuldig mach⸗ en, daß Sie meine Frau wären! Würde das ſo furcht⸗ bar ſein?“ fragte Hamilton.

„Der Kellner bewies mir durch ſeine einfache Be⸗ merkung,“ fuhr ſie fort, ohne von ſeiner Unterbrechung Notiz zu nehmen, „daß ich nie unter andern Umſtän⸗ den, ſo wie es geſchehen, bei Ihnen hätte ſein ſollen — und damit war mein Urtheil ſogleich geſprochen. Ich muß zu meiner Stiefmutter heimkehren.“

„Vielleicht auf ein paar Jahre, es wäre das Beſte, was Sie thun könnten,“ ſagte Hamilton.

„Zu meiner Stiefmutter, oder — zu Mademoiſelle Hortenſe,“ fügte ſie nachdenklich hinzu, indem ſie ſich