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„Wie einfältig von mir, daß ich nicht früher daran gedacht habe!“ rief ſie die Thüre öffnend. „Während Ihrer Abweſenheit hätte ich Alles zurecht machen kön⸗ nen, aber der Umſtand iſt, daß ich die letzten zwei Stunden in tiefem Nachdenken — ſo tief, wie noch nie in meinem Leben — begriffen war!“
„Ich desgleichen,“ ſagte Hamilton, die Kiſſen, die ſie für ihn zuſammenpackte, gänzlich überſehend. „Wie wäre es, wenn wir unſere Gedanken verglichen?“
„Nicht jetzt, morgen.“
„Jetzt, jetzt, noch dieſen Augenblick,“ ſagte er, in⸗ dem er ſich auf den Sopha ſetzte und ihr andeutete, neben ihm Platz zu nehmen.
Sie ſchüttelte den Kopf und blieb ſtehen.
„Was in aller Welt ſoll dieſe Zurückhaltung — dieſe ungewöhnliche Prüderie bedeuten?“ fuhr er fort, indem er der Seite näher rückte, wo ſie lehnte.
„Nichts,“ ſagte ſie, ſich zurückziehend, „ich denke nur, es würde beſſer ſein, was Sie mit mir zu ſprechen haben, bis morgen zu verſchieben, es iſt ſo ſpät — ſo gar ſpät.“
„Es iſt nicht das erſte Mal, daß wir um Mitter⸗ nacht beiſammen ſind,“ ſagte Hamilton lachend; aber
ſie erröthete bei dieſen Worten ſo tief, daß er ernſt hin⸗ zufügte: „wenn etwas Unſchickliches daran wäre, würde ich es Ihnen ſagen; Sie dürfen mir jetzt glauben, daß dem nicht ſo iſt!“
„Sie ſind nicht unfehlbar, fürchte ich,“ ſagte ſie traurig, „denn Sie haben nichts Unſchickliches darin geſehen, daß ich allein mit Ihnen hierher reiste; aber ich ſehe und fühle es jetzt und werde es mein Leben lang bereuen.“
„Guter Gott!“ rief Hamilton. „Habe ich je Et⸗ was geſagt oder gethan —“
„O nein, nie — nie!“ rief Hildegarde, ihn unter⸗ brechend.


