Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Es iſt kaum räthlich, denn um dieſe Jahreszeit gibt es der Reiſenden ſo viele, daß vielleicht Nichts in der Nachbarſchaft zu haben iſt, und Sie wiſſen, daß wir früh aufbrechen müſſen.“

Während er noch ſprach, erſchien jedoch der Kellner mit dem Abendeſſen, und ſie ſetzten ſich, halb erröthend, halb lachend nieder, und vergaßen über dem Schwatzen und Eſſen in wenigen Minuten die ganze Geſchichte.

Es war der Kellner, „der einfältige Menſch“, der ſie wieder an das Unpaſſende ihres Zuſammenlebens erinnerte. Er kehrte mit der Anzeige zurück, daß das Muſikeorps von einem der eölniſchen Regimenter im Garten ſpielen werde — vielleicht wünſche Madame, daß man ihr einen Tiſch und Stuhl im Garten aufbewahre.

Hamilton wagte nicht, ſeine Begleiterin anzublicken, als ſie die angebotene Höflichkeit ablehnte, ſondern griff nach ſeinem Hut und eilte ſo ſchnell als möglich davon.

Aber er kehrte zurück und zwar ſehr bald, und fand zu ſeinem großen Verdruß Hildegarde bereits auf ihrem Zimmer und die Thüre verſchloſſen. Etwa zehn Minuten ſchritt er nun nicht gerade ſehr geduldig oder ruhig auf und ab und klopfte dann.

„Gute Nacht,“ ſagte Hildenarde.

„Ich bedaure, Ihnen ſagen zu müſſen, daß ich nirgends, als auf einem ſehr abgelegenen Platze ein Zimmer zu finden vermochte; da aber das Dampfſchiff ſo frühe abgeht und es mir ſo leicht paſſirt, mich zu verſpäten, ſo hielt ich für beſſer, Sie zu fragen, was ich thun ſollte?“

„Es thut mir ſehr leid,“ begann Hildegarde.

Mir auch,“ ſagte Hamilton, „aber da es ſich nicht

anders machen läßt, können Sie meines Erachtens ebenſo

gut noch eine Stunde herauskommen und mit mir über unſer Rückreiſe ſprechen.“ „Ich gehe gerade zu Bett; ich bin müde.“