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bin und Sie mich ſo vollſtändig als einen Freund — beinahe Verwandten zu betrachten gelernt haben.“
„Das iſt wahr,“ ſagte Hildegarde, „aber doch —“
„Dann,“ fuhr Hamilton fort, „können Sie vor wenigſtens drei Tagen keine Antwort auf Ihren Brief bekommen, wir werden alſo gerade zu rechter Zeit zurück ſein, um ſie in Empfang zu nehmen. Ob wir mor⸗ gen Nacht in Cöln oder Mainz bleiben, iſt ohne alle Wichtigkeit und ich möchte Ihnen gerne die Landſchaften am Rhein zeigen. Laſſen Sie ihn dann künftig in Geiſte mit den Erinnerungen an mich vereinigt ein!“
Die letzten Worte wurden halb pathetiſch, halb flehend ausgeſprochen, und — Hildegarde leiſtete keinen weitern Widerſtand gegen einen Plan, der nur zu wohl mit ihren eigenen Neigungen übereinſtimmte.
Wir wollen unſern Leſern eine Schilderung des Eindrucks erſparen, den der Rheingau, Johannisberg, der Lurleifelſen, Coblenz, Rolandseck, der Drachenfels und ſo weiter auf ſie hervorbrachten.
„Was für ein hübſches Zimmer!“ ſagte Hildegarde zu Hamilton, der ihr im Hotel Bellevue zu Deutz die Treppe hinauf gefolgt war. „Was für ein hübſches Zimmer! Wir haben eine vollkommene Ausſicht über den Rhein und können den Garten ganz überſehen. Ich möchte wirklich eine Woche hier bleiben — wenn ich es wagte.“
„Ich habe nichts dagegen einzuwenden,“ ſagte Hamilton lachend, „obwohl ich eben gehört habe, daß ſo viele durchlauchtige Herrſchaften im Hauſe ſind, daß ich auf dem Sopha in dieſem Zimmer ſchlafen muß, wenn Sie nichts dagegen haben; denn nur dieſes und das anſtoßende Schlafzimmer ſind frei.“
Der Kellner trat dieſen Augenblick in's Zimmer, um ſich zu erkundigen, ob der Herr mit ſeiner Gemahlin hier oder an der Table dHote ſpeiſen würde.
„Hier,“ ſagte Hamilton und erröthete tief, als er


