Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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Als ſie auf einem neuangelegten, an den Ufern des Rheins hinführenden Wege nach dem Hotel zurück⸗ kehrten, blieb Hildegarde ſtehen, um ein neues, ſchön gebautes Dampfbovt zu betrachten, an dem ein Anſchlag⸗ zettel beſagte, daß es den nächſten Morgen nach Cöln abgehen werde.

„Möchten Sie gern das Innere ſehen, Hildegarde 220

„O mit Freuden!“ und das Dampfboot wurde mit einem Grad von Neugierde, Intereſſe und Bewunde⸗ rung in Augenſchein genommen, von dem ſich diejeni⸗ gen, welche von Kindheit auf an einen ſolchen Anblick gewöhnt ſind, keine Vorſtellung machen können.

Der Kapitän des Schiffs, der zufällig an Bord war, hatte, wahrſcheinlich durch deren Aeußeres ange⸗ zogen, alle Kiſten und Käſten vor ihr aufgemacht, und Hamilton fand allmälig ſeine Erklärungen etwas gedehnt und langweilig, als er ſie plötzlich mit den Worten ſchloß, er hoffe, ſie am nächſten Tage unter ſeinen Paſſagieren zu ſehen. 2

„Wir ſind noch nicht ganz entſchloſſen,“ ſagte Ha⸗ milton über ihre Verlegenheit lachend, „obwohl ich,“ ſetzte er, zu ihr gewendet, hinzu, „wirklich nicht ein⸗ ſehe, was uns daran hindern ſollte.“

„Wir werden ſchönes Wetter haben,“ bemerkte der Kapitän, „und Abends bei guter Zeit in Cöln ſein.“

„Ich glaube, es iſt das Beſte, was wir thun kön⸗ nen,“ ſagte Hamilton leiſe engliſch.

„Ich fürchte, es möchte unſchicklich — unrecht ſein — zum Zwecke bloßer Unterhaltung. Ueberlegen Sie es nur einen Augenblick.“

„Ich kann,“ erwiederte Hamilton, „ine größere Unanſtändigkeit darin ſehen, daß Sie einen oder zwei Tage auf einem mit Menſchen angefüllten Dampfboot, als in einem Hotel allein mit mir ſind — vielleicht noch viel weniger, aber ich leugne das Unanſtändige ganz und gar, wenn ich in Betracht ziehe, daß ich das ganze vergangene Jahr ein Glied Ihrer Familie geweſen