Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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ſen hätte, worin ſie von ihrer Hoffnung, daß wir lange

beiſammen ſein möchten — von ihrem Bedauern redet,

daß ich nicht um einige Jabre älter ſey, — und die Bitte an Hortenſe hinzufügt, mich nicht bälder von München abgehen zu laſſen, als bis ſie eine Perſon ge⸗ funden hätte, die ſich meiner unterwegs annehmen könnte — und jetzt mich auf dieſe Weiſe ihr nachziehen laſſen! So augenſcheinlich vergeſſen, daß es überhaupt eine Perſon, wie ich, gibt! Es iſt ganz unbegreiflich!“

„Sie iſt nach Walvorf gegangen,“ ſagte Hamilton nund ein — Wldorf iſt nicht weit von Coblenz.“

„Sie wollen mir ſicherlich nicht rathen, ſie weiter zu verfolgen!“ rief Hildegarde unwillig.

„O nein; ich habe Ihnen gerathen und mein Rath iſt noch, nach Hauſe zu gehen.“

„Und doch will ich noch einen weitern Verſuch ma⸗ chen, wenn auch höchſt ungern,“ ſagte Hildegarde. „Ich fühle mich beſchämt, nach einer ſolchen Irrfahrt heimzukehren; ich muß wenigſtens meinen Verwandten Etwas zu ſagen wiſſen. Wie wäre es, wenn ich an die Baroneſſe ſchriebe und ihre Antwort hier abwartete2 Das wird — das muß Alles aufklären.“

»Schreiben Siez“ ſagte Hamilton, „und wir kön⸗ nen es ſelbſt mit auf die Poſt nehmen, wenn wir mit einem Lohndiener die Merkwürdigkeiten der Stadt be⸗ ſehen. Ich glaube, wir können zwei oder drei Tage hier recht angenehm zubringen.“

„Ich werde bei Ihnen ſchrecklich in Schulden ge⸗ rathen,“ bemerkte Hildegarde erröthend.

„Durchaus nicht,“ ſagte Hamilton mit dem ernſt⸗ hafteſten Geſicht von der Welt, „Sie haben mehr als Geld genug für alle Ihre Ausgaben hier, obwohl viel⸗ leicht nicht genng, um damit nach Hauſe zu kommen.“

Der Brief wurde geſchrieben und ſie eilten unter dem Vortritt eines geſchwätzigen Lohndieners davon, deſſen Bemerkungen ſie nach den erſten fünf Minuten nicht die geringſte Aufmerkſamkeit mehr ſchenkten.