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„Morgen nicht,“ ſagte Hamilton, „ich werde an Ihrer Thüre warten, noch ehe die Glocke ſchlägt.
Und am Morgen, als ſie die Thüre öffnete, ſtand er vor derſelben. Er trat unbewußt leichter auf, als er an den Zimmern, wo ſeine Verwandten ſchliefen, vor⸗ bei kam. Hildegarde deutete auf ſie mit dem Bemer⸗ ken, daß hier Engländer wohnen: ſie habe ſie geſtern anlangen ſehen, ſei auf dem Wege nach der Treppe an ihnen vorübergekommen; und während ſie noch von dem grauen Mann und der verſchleierten Dame ſprach, hob ſie Hamilton eilig in den Wagen, und ſie fuhren davon.
Sechsundvierzigſtes Kapitel.
Halt!
Es war noch früh, als Hildegarde und Hamilton in Mainz eintrafen; ſo früh, daß der Letztere, nach⸗ dem ſie über dem Frühſtück ungewöhnlich lang verweilt hatten, endlich erklärte, er wolle ſich nach der Baro⸗ neſſe Waldorf erkundigen, und Hildegarde könnte zu einer ſpätern Stunde zu ihr gehen.
Nach ſehr kurzer Abweſenheit kehrte er wieder zu⸗ rück und rief, ſich in einen Stuhl werfend: „nun, das iſt wahrhaft ein höchſt unverantwortliches Benehmen!“
„Was gibt es?“ fragte Hildegarde erbleichend, „hat ſie auch Mainz verlaſſen?“
Ja — auf und davon und ohne irgend eine Bot⸗ ſchaft für Sie zu hinterlaſſen!“
„Hier muß ein Irrthum oder eine Verwirrung außerordentlicher Art, entweder bei ihr oder bei Hor⸗ tenſe, obwalten! Ich möchte faſt dem Grafen Zedwitz beiſtimmen und glauben, daß ſie mir abſichtlich aus⸗ weicht, wenn ich nicht die Briefe von ihrer Hand gele⸗


