Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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Raymund ſah auf, lächelte traurig und ſtürzte dann die Treppe hinab.

Eine Minute ſpäter war Hildegarde in ihrem Zim⸗ mer; Mantel und Boa erſtickten ſie beinahe und ſie warf dieſelben ungeduldig ab, ſank auf einen Stuhl und murmelte: was ſoll ich thun? was ſoll ich thun? Oskar wird Streit mit ihm anfangen, — ihn tödten, und ich bin die Urſache davon. Er muß München — muß uns verlaſſen und nach England zurückkehren.“

Hier ſprang ſie vom Stuhle auf und ging einige Minuten im Zimmer auf und ab.

„Gibt es denn kein anderes Mittel, ihn der Ge⸗ fahr zu entziehen? Wie, könnte man ihn nicht bewe⸗ gen, zu den Zedwitz zu gehen? Er ſprach von ſeiner Abſicht, ſie zu beſuchen. Wenn er nur bis nach Os⸗ kar's Hochzeit fort wäre? Vierzehn Tage — nur zwei Wochen, und alle Gefahr würde vorüber ſein! Ich muß mit ihm ſprechen, ſelbſt wenn er darauf beſteht, Alles zu erfahren. Ich möchte wiſſen, ob er im Geſellſchafts⸗ zimmer iſt?“

Er war weder in dieſem, noch im Leſezimmer, und ſie hatte nicht den Muth, ihn in ſeinem eigenen Ge⸗ mache aufzuſuchen. Sie hoffte im Laufe des nächſten Tages eine Gelegenheit zu finden, obgleich ſie mit weib⸗ lichem Scharfſinn bereits bemerkt hatte, daß er ſich nicht mehr bemühte, mit ihr allein zu ſein oder auf irgend eine Weiſe ihre Aufmerkſamkeit in Anſpruch zu nehmen.

Hamilton's Beweggründe waren ehrenhaftz aber er hätte kaum ein klügeres Verfahren einhalten können, um ihren Verkehr zu erleichtern. Er hatte bereits Ro⸗ ſenberg von der Gleichgültigkeit gegen ſeine Tochter über⸗ zeugt, gerade da er wegen des Gegentheils Verdacht zu ſchöpfen begann, und beſtärkte Madame Roſenberg in der Vorſtellung, daß Hamilton ſie wirklich nicht leiden könne.

Nachdem ſie einige Zeit im Hauſe herumgewandert war, kehrte Hildegarde auf ihr Zimmer zurück und ver⸗