Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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ſchauend, hinzu — „ſo wünſche ich mir, zu ſterben — bald zu ſterben — und ſchnell — aber nicht von mei⸗ ner eigenen Hand. Man ſagt, es ſei ein ſchreckliches Verbrechen, einen Selbſtmord zu begehen. Wäre ich

ſicher, von Hamilton erſchoſſen zu werden, ſo würde ich nicht zaudern — er müßte dann Bayern und Dich für immer verlaſſen — aber die Wahrſcheinlichkeit iſt dafür, daß ich ihn erſchießen würde — ich haſſe ihn ſo tief, daß ich der Verſuchung nicht widerſtehen könnte.“

„Entſetzlich!“ rief Hildegarde, das Geſicht mit den Händen bedeckend, „wie kannſt Du ſo kaltblütig von dem Vorhaben eines Mordes ſprechen?“ 6

„Das iſt's — das iſt's, was ich meine; Du ſiehſt, Hildegarde, Tod iſt meine einzige Rettung, aber ich ſchaudere vor dem Gedanken zurück, meine Hand mit anderem Blute, als dem meinigen zu beflecken. Das Verbrechen iſt mehr, als ich auf mich nehmen

ann. „Ah, ich ſehe jetzt,“ ſagte ſie mit erzwungenem Lächeln; „Du willſt mich nur erſchrecken, wie Du ſchon oft gethan haſt.“

Er ſchüttelte den Kopf und fuhr fort.

„So lange ich die ſchwächſte Hoffnung hatte, Deine Liebe zu erringen, war ich ein ganz anderes Weſen, Du hätteſt aus mir machen können, was Dir beliebte, — und ich würde ohne dieſen hochmüthigen Engländer Deine Liebe gewonnen haben, denn Du ſchienſt anfäng⸗ lich, mich wohl leiden zu können.“

„Als Verwandten, — ja —“

„Mehr als das, viel mehr, Hildegarde,“ rief Ray⸗ mund heftig.

„Und hätte ich Dich mehr als einen Conſin ge⸗ liebt, wozu würde es gedient haben? Unſere Verwandt⸗ ſchaft iſt zu nahe, um eine Heirath zu geſtatten.

„Nichts iſt leichter, als Dispenſation zu erhalten, rief Raymund eifrig und verlor augenblicklich alle Hef⸗ tigkeit in Benehmen und Sprache.