Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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runzelte die Stirn und murmelte: „überläſtiger Burſche!“ Dieß brachte in Hildegarde's Miene eine ſolche Ver⸗ änderung hervor, daß ihr Coufin darüber zornig wurde.

„Hildegarde, ich muß mit Dir ſprechen,“ begann er kurz.

„Sprich nur zu,“ ſagte ſie, die Treppe weiter hin⸗ aufſteigend.

„Ich muß Dir eine Frage vorlegen — aber — wir müſſen allein ſein.“

„Du biſt ſehr entſchieden — frage anders — und ſiſ bin ich dann geneigt, Dein Verlangen zu er⸗ üllen.

Graf Rahmund faßte ſeine Couſine nicht ſehr ſanft, — am Arme — ſie wandte ſich um — wurde ſehr bleich — und bat Hamilton mit leiſer Stimme, hinaufzugehen, ſie würde ihm ſogleich folgen.

„Wünſchen Sie wirklich, daß ich gehe?“ fragte er zaudernd. „Bleiben Sie freiwillig bei Ihrem Couſin? Frinnern Sie ſich,“ ſetzte er unwillig hinzu, „ſelbſt Verwandtſchaft gibt keine Berechtigung zu olchen —“

Graf Rahmund machte eine heftige Geberde — Hildegarde trat zwiſchen ſie und ſagte beeilt: „ich wünſche, mit Sskar zu ſprechen“ — und Hamilton verließ ſie auf der Stelle.

Sobald er fort war, änderte ihr Betragen ſich gänzlich.

„Deine Frage, Oskar, und ſchnell!“ ſagte ſie hoch⸗ fahrend, „ich bin nicht geſonnen, mehr als einige Mi⸗ nuten auf der kalten Treppe zu bleiben.“

„Sachte, ſachte, Hildegarde. Du glaubſt, die Ge⸗ fahr ſei vorüber, nun Dein Schatz außer Sicht iſt, —

aber Du ſiehſt, wie bereit er bei all' ſeiner Kaltblütig⸗

keit iſt, Händel anzufangen — nimm Dich in Acht,

r — „Deine Frage,“ ſagte Hildegarde, indem ſie ſich mit einem reſignirten Seufzer an die Wand lehnte⸗