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„Ich habe die höchſte Meinung von Ihnen, Herr Hamilton, die höchſte Meinung — was Pferde betrifft,“ begann Major Stultz mit einiger Verlegenheit, wäh⸗ rend Hamilton ſich die Oberlippe rieb, ein Lächeln zu verbergen. „Hätten Sie einen Wagen ſtatt eines Schlit⸗ tens, ſo wäre es etwas Anderes, und ich — aber ich ſehe, Sie verſtehen mich.“
„Nicht im Geringſten,“ erwiederte Hamilton mit einem Blick ungeheuchelten Erſtaunens.
„Wohl aber Creſcenz,“ ſagte Major Stultz, ſich zu ſeiner Verlobten wendend, deren Geſicht wie mit Blut übergoſſen war.
Madame Roſenberg war mit dem kleinen Peppi beſchäftigt geweſen; ſie machte das zerriſſene Geſchirr eines hoͤlzernen Karrengauls, der etwas rauh im Zim⸗ mer herumgezerrt worden war, wieder zurecht. Jetzt ſchaute ſie auf und bemerkte mit leiſer Stimme und einem ausdrucksvollen Wink gegen Major Stultz:
„Herr Hamilton weiß als Engländer nichts vom Schlittenrecht. Behalten Sie das Geheimniß für ſich und er wird nie daran denken, auf jenes Anſpruch zu machen.“
„Er mag es anſprechen, von wem er will,“ fuhr Major Stultz plump heraus, „nur nicht von meiner Creſcenz, ſonſt will ich nichts!“
„Was iſt es — was iſt mein Recht? was darf ich anſprechen?“ fragte Hamilton ſchnell.
Niemand ſchien geneigt, ſich auf eine nähere Er⸗ klärung einzulaſſen, bis endlich Madame Roſenberg lachend bemerkte:
„Nichts mehr und nichts weniger, als einen Kuß — eine Art alten Privilegiums für einen Herrn, der eine Dame Schlitten fährt Nun, ich weiß, daß Sie es bei mir nicht in Anſpruch nehmen werden, weil ich weder jung, noch hübſch bin — noch von Hildegarde, weil Sie dieſelbe nicht recht leiden können — noch von Creſcenz, weil ſie verlobt iſt. So ſehe ich wirklich


