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jüngere Söhne in England dürfen ein Herz haben und es vergeben, an wen es ihnen gefällt; wenige Leute halten es dort der Mühe werth, ein ſo werthloſes Ding, als ein Herz allein, anzunehmen. In Deutſch⸗ land ſcheint dieſelbe vernünftige Idee zu herrſchen.“
„Nicht ſo,“ rief Hildegarde, warm: „ein Herz iſt immer koſtbar, — muß für Jedermann koſtbar ſein — beſonders für ein Mädchen.“
„Sie legen, glaube ich, eine Sammlung ſolcher Koſtbarkeiten an,“ ſagte Hamilton. „Ihres Couſins Herz iſt Ihnen aufgezwungen worden; das von Zed⸗ witz haben Sie, gelinde ausgedrückt, wenigſtens ange⸗ nommen; was Sie mit dem meinigen zu thun beab⸗ ſichtigen —“
„Ich muß jetzt nach Hauſe,“ ſagte Hildegarde, mit einem unruhigen Blick die Straße hinabſehend; „es 2 auffallen, wenn ich hier ſo lange bei Ihnen
„Beunruhigen Sie ſich deßhalb nicht,“ ſagte Ha⸗ milton lächelnd, „ich habe nicht die Abſicht, Sie je wie⸗ der mit dem Geſtändniß einer Neigung zu behelligen, das eben ſo albern als nutzlos iſt. Sie hatten ganz Recht, nicht auf mich zu hören, müſſen aber wenigſtens die Güte haben, nicht auf meine nächtlichen Doppel⸗ gänger zu hören. Dergleichen Leute dürfen nicht für mich ſprechen“
„Denfen Sie nicht mehr daran,“ ſagte Hildegarde. „Ich erinnere mich nicht gern an meine Dummheit.“
„Wenn ich nur wüßte, wer es geweſen iſt,“ ſagte Hamilton mit gerunzelter Stirne.“
„Sie haben möglicher Weiſe Oskar in Verdacht, aber als ich geſtern Abend auf den Gegenſtand Bezug nahm, ſchien er nicht im Mindeſten zu verſtehen, was ich meinte, und nachher hat er ganz geläugnet, mich von der Zeit an, da ich meine Weihnachtsbeſcherung er⸗ hielt, geſehen zu haben.“
Die Anfangsbuchſtaben. II. 4


