Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Ich weiß,“ ſagte Hildegarde.

„Wie wiſſen Sie das?“ rief Hamilton, indem er ſich vorwärts beugte, um ihr einen Augenblick ins Ge⸗ ſicht zu ſehen, „wie wiſſen Sie etwas davon?“

„Lina Berger unterſuchte eines Abends, da ſie in Ihrem Zimmer war, Ihr Toiletten⸗Nereſſaire. Cres⸗ cenz war dabei und erzählte mir natürlich von dem Portrait. Ich habe ſie oft daran erinnert.“

„Wirklich, und zu welchem Zweck?“

„Um ſie nicht vergeſſen zu laſſen, daß Sie nicht einmal ein Herz an ſie zu vergeben hätten.“

Sie hatten Recht; aber um zu dem Portrait zu⸗ rückzukehren, ſo beſitzt das Original in der That einen großen Theil meiner Zuneigung —“ .

Hamilton hielt inne; er hatte ſich geſchmeichelt, daß ſeine Begleiterin irgendwie ein Gefühl der Eifer⸗ ſucht oder Neugierde verrathen würde, aber ſie ſchritt gleichmäßig weiter, ohne ihn anzuſehen, und als er eine Pauſe machte, bemerkte ſie:

„Sie müſſen ſich beeilen, wir ſind jetzt an der Ecke; Sie brauchen mir von dem Original nichts zu ſagen, ſondern nur, was Sie wünſchen, daß mit dem Gemälde geſchehen ſoll.“

„Sollten wir einander nicht mehr ſehen, gefühlloſes Mädchen,“ ſagte Hamilton halb lächelnd, „ſo müſſen Sie das Gemälde an meinen Vater ſchicken“, denn es

iſt meiner Schweſter Helena Portrait. Bei dieſen Worten hatten ſie die Stelle erreicht, wo er wußte, daß er ſie verlaſſen müſſe. Sie blieb ſtehen und ſagte ſchnell:

„Herr Hamilton, ich habe in dieſem Fall Ihnen großes Unrecht gethan; ich glaubte, Ihr Herz ſei an das Original jenes Bildes vergeben. Ohne dieſe Erklä⸗ rung würde ich auch ſicher Ihr Benehmen gegen uns als unverzeihlich herzlos betrachtet haben!“

„Nicht ganz,“ ſagte Hamilton leichthin. „Ich hatte wirklich vor einiger Zeit ein Herz zu meiner Verfügung;