Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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anderer Gedanke und er ſetzte ſich auf einen bequem i hingeſtellten Stuhl und hielt ſein Auge an das Glas.

Er befand ſich augenblicklich in Madame Roſen⸗ berg's Geſellſchaftszimmer; die Mouſſelin⸗Vorhänge waren nicht zugezogen und er ſah die Vorbereitungen zu einem Robber Whiſt — die hergerichteten Lichter und Marken und den Eintritt der Hoffmanns, die wie gewöhnlich von Rahmund begleitet waren. Der Letz⸗ tere ſetzte ſich bald an das Pianoforte, und Hamilton ſuchte nach den verſchiedenen Bewegungen ſeines Kör⸗ pers und der Hände ſich eine Vorſtellung von dem Muſik⸗ ſtück zu machen, welchem die Uebrigen — außer den Kartenſpielern — dem Anſchein nach mit tiefſter Auf⸗ merkſamkeit zuhörten. Er hatte von Hildegarde ſo viel über das außerordentliche muſikaliſche Talent ihres Cou⸗ ſins gehört, daß er erwartete, ſie werde ſich ſogleich in deſſen Nähe begeben. Groß war daher ſein Erſtau⸗ nen, als ſie auf das Fenſter, das am weiteſten von ihm weg war, zuging, die kleinen, durchſichtigen Vorhänge noch weiter bei Seite ſchob und dann das Geſicht auf⸗ wärts genau in der Richtung nach dem Fenſter wen⸗ dete, von dem aus er ſeine Beobachtungen machte. Er konnte ihre Züge nicht mehr unterſcheiden, aber er pil⸗ dete ſich ein, ſie ſehe nach ihm und ſchob unwillkürlich ſeinen Stuhl zurück. Wußte ſie, wo er war? Oder hatte ſie bereits gewußt, daß Zedwitz in ihrer Nähe ſich befand? Er forſchte in ſeinem Gedächtniß nach, ob ſie die Gewohnheit gehabt hatte, nach dem Fenſter zu gehen — er glaubte nicht — aher es fiel ihm ein, daß ſie geſtern Abend Zedwitz ſogleich auf der Straße er⸗ kannt hatte.

Die Scene auf der Treppe kehrte mit außerordent⸗ licher Genauigkeit in ſeine Grinnerung zurück und ein plötzlicher Verdacht ließ ihn gleich einem Blitzſtrahl in Zedwitz ſeinen mitternächtigen Verleumder erkennen. Er ſchritt auf ihn zu, aber die zornige Frage erſtarb auf