Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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ſteckung nicht länger fürchten. Hans muß mir Alles bringen, was ich brauche, ſobald es Tag wird.“

„Aber er darf hier nicht aus⸗ und eingehen,“ be⸗ gann Madame Roſenberg.

„O Mama,“ rief Hildegarde, die auf dem Gang ſtand, „willſt Du nicht mit Papa darüber ſprechen2 Ich bin überzeugt —“

„Geh' in Dein Bett,“ unterbrach ſie ihre Mutter ärgerlich, „und ſtehe nicht ſo fröſtelnd da, bis Du auch die Cholera bekommſt: geh' in Dein Bett. Ich ver⸗ ſichere Sie,“ wandte ſie ſich darauf entſchuldigend zu Hamilton, „ich verſichere Sie, ich will nicht unfreund⸗ lich ſein, aber ich habe eine Familie, und es würde ſchrecklich ſein, wenn die Chylera unter uns käme. Setzen Sie den Fall, wenn ich Franz, oder eines meiner Kin⸗ der, oder ſelbſt Hildegarde verlieren ſollte —“

„Sprechen Sie nicht von etwas ſo Entſetzlichem,“ rief Hamilton, ſogleich dieſe letzte Idee ergreifend. „Nichts wird mich bewegen, zurückzukehren, bis ſelbſt der Schat⸗ ten einer ſolchen Gefahr vorüber iſt.“

„Und Sie halten mich nicht für gefühllos?“

„Nicht im Mindeſten.“

Hildegarde ſtand unter der Thüre ihres Zimmers, als er vorübergehen wollte — er blieb ſtehen, um Ab⸗ ſchied zu nehmen.

„Gebrauchen Sie alle möglichen Vorſichtsmaßregeln

gegen die Anſteckung,“ ſagte ſie, ſeinen Händedruck warm

erwiedernd; „und, ſetzte ſie haſtig hinzu, „ſeien Sie nicht böſe, wenn ich Ihnen die Uhr, die Sie mir heute Nacht gegeben haben, zurückſchicke. Papa denkt wie ich, daß ein ſolches Geſchenk von — einem Bekannten zu werthvoll ſei. Vergeſſen Sie nicht, ſo oft Sie können, mich durch den alten Hans wiſſen zu laſſen, wie es dem Grafen Zedwitz geht!“

Hamilton ließ ihre Hand mit einem ungeduldigen

Ruck fahren und eilte aus dem Hauſe, ohne ein Wort

weiter zu ſprechen.