Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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ſ längſt gemacht haben würde, wenn ich es gewagt ätte.“

Hildegarde eilte vorwärts, während Madame Roſen⸗ berg oben von der Treppe herabrief:

„Sie haben ſich vorgeſetzt, uns wiſſen zu laſſen, daß Sie die Hausthüre hinter ſich geſchloſſen haben, Herr Hamilton, aber ich war froh, zu hören, daß Sie daheim ſind, denn es regnet in Strömen, und da Sie weder Mantel, noch Schirm haben, müſſen Sie bis auf die Hant naß ſein.

„Ich glaube, ich bin ziemlich naß,“ ſagte Hamil⸗ ton, indem er ſich gelaſſen von ſeiner aufmerkſamen Wirthin befühlen ließ.

„Ziehen Sie dieſe Kleider ſogleich aus, oder Sie bekommen einen von Ihren engliſchen Schnupfen.“

„Ein Schnupfen dauert hier nie länger, als einen oder zwei Tage; ich fürchte mich nicht mehr davor,“ ſagte Hamilton, indem er ihr nach dem Geſellſchafts⸗ zimmer folgte, in der Hoffnung, noch einige Worte mit Hildegarde ſprechen zu können, aher Madame Roſen⸗ berg beſtand darauf, daß er zu Bette gehe, und ver⸗ ſprach, um ihn dazu geneigter zu machen, ihm noch ein Stück Kuchen und ein Glas Wein zu bringen.

Die ganze Familie war im tiefſten Schlaf und kein Laut im ganzen Hauſe zu vernehmen, als plötzlich, etwa um drei Uhr des Morgens, die Klingel an der Roſen⸗ berg'ſchen Wohnung lang und heftig gezogen wurde. Es entſtand eine große Bewegung, und nachdem man die Köchin hinuntergeſchickt hatte, die Hausthüre zu öffnen, kehrte ſie in einer oder zwei Minuten mit dem Diener des Grafen Zedwitz zuruͤck, der auf Hamilton's Zimmer zulaufend, kaum im Stande zu ſein ſchien, das Wort Cholera auszuſprechen.

„Wer iſt da,“ rief Madame Roſenberg, die einen kleinen ſchwarzen Shawl dicht um ihre Schulter zog und ihm mit heftigen Schritten folgte. „Was meint der Menſch?“