Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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oder im Zorn — oder aus Gleichgültigkeit — daß Sie den Grafen Zedwitz ausgeſchlagen haben

„Haben Sie ein Recht, mich auf gebieteriſche Weiſe zu fragen?“ rief Hildegarde, ſchnell weiter gehend. .

„Nein,“ erwiederte der Fremde, hinter ihr herſchrei⸗ tend, „nein, und es gereicht mir zu großer Beruhigung, zu finden, daß ich es nicht habe. Ich begann, zu fürch⸗ ten — Sie hätten eine — Sie hätten mich mißverſtan⸗ den — Sie möchten vielleicht glauben, ich hätte mit Ihren Gefühlen nur geſpielt: kurz, ich dachte, Sie wären ſo unfreundlich gegen Ihren Couſin, oder hätten Zed⸗ witz ausgeſchlagen, weil Sie ſich Erwartungen gemacht haben, die nie in Erfüllung gehen können. So ſchmerz⸗ lich es mir iſt, muß ich Ihnen doch erkläten, daß nichts meinen Gedanken ferner kag, als —“

„Schurke,“ rief Hamilton, vorſpringend. „Wie wagſt Du es, die Finſterniß zu benützen und mich auf dieſe Weiſe zu verläumden! Wer biſt Du?“

s erfolgte ein heftiges und ſtilles Ringen, aber die Finſterniß war ſo vollſtändig, daß der Fremde ſich von Hamilton's Griff frei zu machen wußte, die Treppe hinunterſtürzte und die Hausthüre mit einer Heftigkeit zuſchlug, die das aanze Haus erſchütterte.

Hamilton würde ihn verfolgt haben, aber Hilde⸗ garde's Hand faßte ihn am Arm und ſie bat ihn faſt athemlos, ruhig zu bleiben.

„Gehen Sie ihm nicht nach, es wird ganz und gar nichts helfen. Ich hätte es wiſſen ſollen,“ ſetzte ſie, die nun beleuchtete Treppe hinaufgehend, hinzu, „ich hätte ſogleich fühlen ſollen, daß Sie es nicht waren“

„Das würde Ihrerſeits eine außerordentliche Unter⸗ ſcheidungsgabe verrathen haben,“ ſagte Hamilton, „denn nicht genug, daß er nur flüſternd ſprach und eine fremde Sprache wählte, deren wir uns oft, wie ihm wahrſchein⸗ lich bekannt war, bedienen, und in welcher der Unter⸗ ſchied des Ausdrucks nicht ſo leicht zu entdecken war, — ſiellte er auch gerade die Fragen an Sie, die ich